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Neurodiversität am Arbeitsplatz stärken

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Shot of a group of businesspeople sitting in a circle while having a meeting


Unternehmen haben sich lange auf DEI-Initiativen (Diversität, Gleichberechtigung, Inklusion) konzentriert, und in den letzten Jahren wurden Fortschritte bei Geschlecht, Rasse und Ethnizität erzielt, während Arbeitgeber versuchen, die Vorteile einer vielfältigen Belegschaft zu nutzen. Dennoch werden neurodivergente Personen oft übersehen. Da 15 bis 20 % der Weltbevölkerung neurodivergent sind, besteht großes Potenzial für Verbesserungen.

Im Folgenden werden die Vorteile der Neurodiversität am Arbeitsplatz sowie umsetzbare Strategien vorgestellt, die HR-Fachkräfte und Führungskräfte implementieren können, um neurodivergente Mitarbeitende zu unterstützen. Experten wie Toni Horn, Neurodiversitätsberaterin und Gründerin von Think Differently, und Kassandra Clemens, Transformationscoach und Gründerin von Heal Your Confidence CIC, teilen ihre Erfahrungen.

Was ist Neurodivergenz?

Neurodivergenz ist ein Oberbegriff für Personen, die mindestens eine Bedingung haben, die ihre kognitive Funktion verändert. Dazu gehören Asperger, ADHS, Dyslexie, Dyspraxie, Zwangsstörungen, Epilepsie und Tourette. Viele dieser Personen tragen effektiv zum Unternehmen bei, insbesondere in Organisationen, die personalisierte Initiativen und Soft Benefits anbieten.

Wichtige Begriffe:

Vorteile einer neurodiversen Belegschaft

Studien zeigen, dass diverse Unternehmen innovativer und agiler sind, unter anderem aufgrund unterschiedlicher Denkweisen. Dies kann zu bahnbrechenden Lösungen führen, indem die Tendenz vermieden wird, „alle in die gleiche Richtung zu schauen“ (Harvard Business Review).

Neurodiverse Personen sind oft hervorragende Problemlöser, da sie untypisch denken und Lösungen finden, die anderen entgehen. Toni Horn erklärt: „Menschen mit Autismus können in Mustererkennung und Detailarbeit glänzen, während ADHS-Betroffene Kreativität und Dynamik einbringen.“ Kassandra Clemens ergänzt: „Sie profitieren durch ihre Fähigkeit, tief zu träumen, und zeigen visionäre Fähigkeiten.“

Unternehmen, die Neurodiversität fördern, berichten beeindruckende Zahlen: „45 % berichten über Marktanteilswachstum und 70 % über die Erschließung neuer Märkte“, so Toni. Sie hebt auch die wirtschaftliche Wirkung hervor: „In Großbritannien könnte eine höhere Beschäftigungsquote für Autisten jährlich 23 Milliarden Pfund zur Wirtschaft beitragen.“

Neurodivergente Mitarbeitende sind oft loyaler und bleiben länger. JP Morgan Chase fand heraus, dass neurodiverse Neueinstellungen „90–140 % produktiver“ waren als Mitarbeitende mit fünf bis zehn Jahren Betriebszugehörigkeit. Investitionen in diese Talente stärken Reputation und schaffen kreative, effiziente Teams.

Schaffung einer unterstützenden Unternehmenskultur

Die Grundlage ist laut Pamela Furr (Forbes), ein „offenes und sicheres Umfeld zu schaffen, in dem Mitarbeitende über ihre Bedürfnisse sprechen können“. Führungskräfte spielen hierbei eine Schlüsselrolle. Toni betont: „Führung von vorne ist entscheidend. Wenn Führungskräfte Neurodiversität aktiv unterstützen, setzt das ein starkes Zeichen.“

Unternehmen können eigene Sensibilisierungsprogramme entwickeln oder externe Expert:innen einladen. Kleine Maßnahmen wie Ruhebereiche, Kopfhörer, Pausen bei langen Meetings oder Freistellung von sozialen Veranstaltungen fördern ein inklusives Arbeitsumfeld.

Inklusive Einstellungspraktiken

Trotz klarer Vorteile fällt es Organisationen schwer, neurodiverse Talente zu erkennen. Toni erklärt: „15–20 % der Bevölkerung sind neurodivers – ein signifikanter Talentpool.“ HR sollte über klassische Kanäle hinausgehen, die Community einbinden und Partnerschaften mit Behörden, Non-Profits, Bildungseinrichtungen und Rehabilitationseinrichtungen eingehen.

Traditionelle Interviewkriterien benachteiligen neurodivergente Kandidaten. Kassandra empfiehlt, umfassende Informationen im Vorfeld bereitzustellen, Aufgabenbasierte Assessments zu nutzen und Einarbeitungsprogramme mit Mentoren einzurichten.

Fazit

Neurodiversität am Arbeitsplatz zu fördern bedeutet, durch Vorbildwirkung, inklusive Richtlinien, offenen Dialog und kontinuierliche Anpassung der Prozesse zu handeln. Unternehmen profitieren nicht nur die Mitarbeitenden, sondern die gesamte Organisation. Kassandra schließt: „Ein wirklich zugängliches Arbeitsumfeld stärkt Mitarbeiterbindung, schließt Kompetenzlücken und verhindert Burnout.“

HR und Organisationen, die neurodiverse Talente integrieren möchten, sollten diversifizieren, Mitarbeitende über Anpassungen informieren und Maßnahmen ergreifen, damit neurodivergente Mitarbeitende ihr volles Potenzial entfalten können.

Author Sarah Reddyoff Tiger Recruitment Team
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